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Übersetzungsprojekt

Die Lollarden

Wycliffes Einfluss lebte in England durch seine Jünger weiter, die von den Katholiken Lollarden genannt wurden.  Wycliffe hatte immer die Autorität der Heiligen Schrift über die der Kirche gestellt.  Eine der größten Errungenschaften der Lollarden war ihre Übersetzung der ersten englischsprachigen Bibel.  Obwohl diese erste englische Bibel von den meisten Menschen Wycliffe selbst zugeschrieben wird, wurde die eigentliche Übersetzungsarbeit von seinen Jüngern und Freunden geleistet.

Ursprünglich hatten die Lollarden viele Menschen von Wohlstand und Macht in ihren Reihen.  Noch von der konstantinischen Vermischung von Kirche und Staat stark beeinflusst, übergaben die Lollarden im Jahr 1394 an das englische Parlament ein Schreiben mit der Bitte, die Kirche zu reformieren.  Aber ihre vorgeschlagenen Reformen waren eine interessante Mischung aus Lehren von Augustinus und Lehren vom Königreich.  Sie griffen das priesterliche Zölibat, sowie Weihwasser, Gebete für die Toten, Pilgerfahrten nach Rom, Gebete und Opfer zu Kreuzen und Ikonen, und die Beichte vor dem Priester an.  Außerdem verlangten sie, dem ein Ende zu setzen, dass allein der Papst oder seine Bischöfe alle Ordinationen in England vornehmen durften.

Ebenso prangerten sie die Praxis der Geistlichen an, die sowohl Regierungs- als auch Kirchenämter gleichzeitig innehatten.  Sie sagten:

"König und Bischof in einer Person zu sein, Würdenträger und gleichzeitig Richter weltlicher Angelegenheiten, Geistlicher und gleichzeitig Beamter im säkularen Auftrag; so lässt sich ein Königreich niemals gut regieren.  Diese Tatsache wird klar dadurch bewiesen, dass das Zeitliche und das Geistliche zwei verschiedene Seiten der gesamten heiligen Kirche sind.  Sodass derjenige, der sich der einen Seite gewidmet hat, sich in die Angelegenheiten der anderen Seite nicht einmischen sollte, denn niemand kann zwei Herren dienen."

Demnach hatten die Lollarden - ähnlich wie Wycliffe - kein vollständig richtiges Verständnis des Evangeliums des Königreichs.  Säkulare und religiöse Ämter sollten zwar getrennt sein, trotzdem waren sie der Meinung, dass die säkularen und die religiösen Mächte zusammen die "gesamte heilige Kirche" ausmachten.  Das Königreich Gottes war immer noch mit dem Staat verheiratet.

Die Lollarden bewegten sich jedoch nach Wycliffes Tod weiter von der Theologie des Augustinus weg und näher zu dem Evangelium des Königreichs hin.  Trotz ihres unvollkommenen Verständnisses des Königreichs konnten die Lollarden zum Beispiel dennoch sehen, dass Kriegsführung mit dem Christsein unvereinbar war:

"Die Tötung von Menschen im Krieg, durch ein angebliches Gesetz der Gerechtigkeit für eine zeitliche Angelegenheit, ohne geistliche Offenbarung, ist ausdrücklich gegen das Neue Testament, welches selbst das Gesetz der Gnade und voller Barmherzigkeit ist.  Diese Tatsache wird klar durch die Beispiele in der Predigt des Christus hier auf Erden bewiesen, denn er lehrte ausdrücklich, dass ein Mensch seine Feinde lieben, ihnen Barmherzigkeit zeigen, und sie doch nicht töten soll.  Der Grund hierfür:  wenn Menschen (im Allgemeinen) kämpfen, wird die Liebe nach dem ersten Schlag vergessen.  Und wer ohne Liebe stirbt, geht auf direktem Weg in die Hölle.  Außerdem wissen wir sehr wohl, dass kein Geistlicher - weder durch die heilige Schrift noch durch das Gesetz der Vernunft - die Todesstrafe für die eine Todsünde erlassen kann, und für die andere nicht.  Aber das Neue Testament ist das Gesetz der Barmherzigkeit.  Und es verbietet jede Art der Tötung von Menschen.  Denn das Evangelium sagt:  'Es ist den Alten gesagt:  Du sollst nicht töten.'  ...[Die Kreuzfahrer] verdienen kaum Dank von dem König des Friedens.  Denn nur durch Demut und Ausharren wird der Glaube vermehrt.  Jesus Christus hasst und bedroht Menschen, die kämpfen und töten, denn er sagt, 'Alle, die das Schwert nehmen, werden durchs Schwert umkommen.'"  Wie sich leicht erraten lässt, hat das Parlament diese Artikel der Lollarden nicht zum Gesetz erhoben.  Vielmehr haben die Krone und die Katholische Kirche innerhalb weniger Jahrzehnte gemeinsam den Versuch unternommen, die Lollarden vollkommen auszuradieren.  Die katholischen Machthaber jagten die Lollarden erbarmungslos, und viele von ihnen wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt.  Andere leugneten ihre Lehren angesichts Folter und Tod.  Die Überlebenden wurden in den Untergrund getrieben.  Die Lollarden trafen sich weiterhin, jedoch im Geheimen.  Ihre einfachen Versammlungen betonten das Studium der Bibel und das Predigen des Wortes.

Nachdem die Lollarden-Bewegung die Unterstützung des Königs und des Adels verlor, fing sie an, viele Merkmale der mittelalterlichen Königreich-Bewegungen zu übernehmen.  In ihren Reihen fanden sich nun fast ausschließlich Händler, Bauern und Arme aus den Städten.  Die Katholische Kirche konnte sie nie völlig ausradieren, und so gab es noch die Lollarden, als die Reformation England erreichte.

Aus The Kingdom that Turned the World Upside Down (dt., Das Königreich, das die Welt auf den Kopf stellte).

 


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