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Übersetzungsprojekt

IrenÄus

Es existieren nur wenige Berichte über den Lebenslauf des Irenäus.  Es wird allgemein angenommen, dass er in Smyrna oder einer benachbarten Stadt Kleinasiens gebürtig ist.  Er selbst sagt uns (3,3-4), dass er in seiner frühen Jugend Bekanntschaft mit Polykarp, dem bekannten Bischof bzw. Aufseher in Smyrna, gemacht hat.  Das gibt uns einen gewissen Hinweis auf die Zeit seiner Geburt.  Das allgemein angenommene Datum für seine Geburt liegt zwischen 120 und 140 n. Chr.

Es ist sicher, dass Irenäus Bischof bzw. Aufseher in Lyon, Frankreich, im letzten Viertel des zweiten Jahrhunderts war.  Der genaue Zeitpunkt und die Umstände seiner Ordination können nicht mehr festgestellt werden.  Eusebius schreibt (Kirchengeschichte 5,4), dass er, noch ein Presbyter bzw. Ältester, mit einem Brief von gewissen Mitgliedern der Gemeinde Lyons, denen das Märtyrertum bevorstand, zu Eleutherus, dem Bischof von Rom, geschickt wurde; und dass (5,5) er die Nachfolge des Pothinus als Bischof bzw. Aufseher von Lyon, wahrscheinlich um 177 n. Chr., angetreten hat.

Das wichtigste Werk des Irenäus, Gegen die Häresien (= Irrlehren), ist eines der kostbarsten noch erhaltenen Werke des antiken Christentums.  Es ist einerseits einer Darstellung und Widerlegung der verschiedenartigen gnostischen Irrlehren gewidmet, die in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts weit verbreitet waren; und andererseits war es als Auslegung und Verteidigung des orthodoxen Glaubens gedacht.

Einem Plan folgend unterteilte der Autor sein Werk in fünf Bücher.  Das erste davon enthält eine detaillierte Beschreibung der Thesen der verschiedenen Häresien, einschließlich gelegentlicher Bemerkungen zur Illustration ihrer Sinnwidrigkeit bzw. zur Bestätigung der Wahrheit, welcher sie widersprochen haben.  In seinem zweiten Buch geht Irenäus zu einer vollständigen Zerstörung der Häresien über, die er vorher beschrieben hat, indem er ausführlichere Argumente gegen sie anführt.

Die drei übrigen Bücher stellen noch direkter die wahren Lehren dar, wie sie offenbart wurden, und zeigen, wie diese in krassem Widerspruch zu den von den Gnostikern festgehaltenen Ansichten stehen.  Im Laufe dieser Argumente werden viele Stellen aus der Heiligen Schrift angeführt und erörtert.  Viele interessante Aussagen bezüglich der Grundsätze des Glaubens werden gemacht.  Ein wichtiges Licht über die Lehren, die die Gemeinde des zweiten Jahrhunderts festhielt, sowie über deren Praktiken, wird hier verbreitet.

Irenäus hatte sich offenbar sehr viel Mühe gemacht, mit den verschiedenen Häresien, die er beschreibt, vertraut zu sein.  Seine Methodik, diese aufzudecken und zu widerlegen, ist im allgemeinen sehr wirksam.  Es ist klar, dass er ein sehr gelehrter Mann war, der die Lehren der Heiligen Schrift gut kannte.  Nicht selten erlaubt er sich eine Art sarkastischen Humor, wenn er über die Torheit und Gottlosigkeit der Häretiker herzieht.

Der folgende Artikel wurde von Philip Schaff, einem Kirchenhistoriker des neunzehnten Jahrhunderts, geschrieben:

IrenÄus

Fast gleichzeitig mit der Apologetik gegen falsche Religionen entstand apologetische Literatur gegen Häresien, also verschiedene Formen von Pseudo-Christentum, insbesondere die gnostische, und hierauf wurde dann die dogmatische Theologie der Gemeinde aufgebaut.  An der Spitze der alten, katholischen Streitführer standen Irenäus und sein Jünger Hippolytus.  Beide hatten eine griechische Ausbildung, doch gehörten sie beide, was ihre Beziehungen und ihr Wirkungsfeld innerhalb der Gemeinde angeht, zum Westen.

Kleinasien, das letzte Wirkungsfeld des Apostels Johannes, brachte eine hell strahlende Reihe von Geistlichen und Bekennern hervor, die in den ersten drei Vierteln des zweiten Jahrhunderts das Licht der untergehenden Sonne des apostolischen Alters reflektierten.  Sie können Jünger des Apostels Johannes genannt werden.  Unter ihnen waren Polykarp von Smyrna, Papias von Hierapolis, Apollinaris von Hierapolis, Melito von Sardis, und andere, die weniger bekannt sind, jedoch in einem Brief des Polykrates von Ephesus an den Bischof Viktor von Rom (190 n. Chr.) ehrenhaft erwähnt werden.

Der letzte und größte Vertreter dieser Gruppe ist Irenäus, der erste unter den Vätern, die richtigerweise so genannt werden, und einer der wichtigsten Architekten der Katholischen Lehre.

I. Leben und Charakter

Über Irenäus ist wenig bekannt außer dem, was man aus seinen Schriften schlussfolgern könnte.  Er stammte aus Kleinasien, wahrscheinlich aus Smyrna, wo er seine Jugend verbrachte.  Er ist zwischen 115 und 125 n. Chr. geboren und genoss den persönlichen Unterricht des ehrwürdigen Polykarp von Smyrna, einem Jünger des Johannes, sowie die Unterweisung anderer "Ältester", die ihrerseits mittelbare bzw. unmittelbare Jünger der Apostel waren.  Der Geist seines Vorgängers ging auf ihn über.  "Was ich von ihm hörte," sagte er, "habe ich nicht auf Papier, sondern in mein Herz geschrieben, und durch die Gnade Gottes rufe ich es mir immer wieder erneut in den Sinn."  Vielleicht hat er auch Polykarp auf dessen Reise nach Rom in Verbindung mit dem Oster-Konflikt begleitet.  Er ging als Missionar in den Süden Galliens, das scheinbar von Kleinasien her mit dem Christentum bekannt gemacht worden war.  Während der Verfolgung in Lugdunum und Wien unter Marcus Aurelius war er dort Presbyter und Zeuge der furchtbaren Gräueltaten, die die wütende heidnische Bevölkerung an seinen Glaubensgeschwistern verübte.  Der betagte und ehrwürdige Bischof Pothinus fiel als Opfer, und der Presbyter nahm den gefährlichen Posten ein, aber er blieb für ein wichtiges Werk verschont.

Er wurde von gallischen Bekennern zu dem römischen Bischof Eleutherus (der 177 - 190 n. Chr. amtierte) als Vermittler in den montanistischen Streitfragen gesandt.

Nach dem Märtyrertum des Pothinus wurde er zum Bischof von Lyon gewählt, und arbeitete dort mit Eifer und Erfolg, mit dem Mund und mit der Feder, für die Wiederherstellung der schwer heimgesuchten Gemeinde, für die Verbreitung des Christentums in Gallien und für die Verteidigung und Etablierung der Lehre.  So verband sich eine weitreichende missionarische Tätigkeit mit einer schriftstellerischen.  Wenn wir dem Bericht des Gregor von Tours glauben sollen, so bekehrte Irenäus fast die ganze Bevölkerung von Lyon und sandte hervorragende Missionare in andere Teile des heidnischen Frankreichs aus.

Ab dem Jahr 190 n. Chr. verlieren wir Irenäus aus dem Auge.  Jerome spricht so von ihm, dass er während der Regierung des Commodus, d.h. zwischen 180 und 192 n. Chr., lebte.  In späteren Überlieferungen (ab dem vierten oder fünften Jahrhundert) wird von ihm berichtet, dass er als Märtyrer während der Verfolgung unter Septimius Severus, 202 n. Chr., starb, doch das Schweigen des Tertullian, Hippolytus, Eusebius und Epiphanius stellt diesen Punkt sehr in Frage.  Er wurde unter dem Altar der Kirche des St. Johannes in Lyon bestattet.  Die Stadt wurde in der Kirchengeschichte im zwölften Jahrhundert wieder berühmt als Geburtsstätte der Märtyrerkirche der Waldenser, der Pauperes de Lugduno.

II. Sein Charakter und Position

Irenäus ist der führende Vertreter katholischen Christentums im letzten Viertel des zweiten Jahrhunderts, der Vorkämpfer der Orthodoxie gegen gnostische Häresien und der Vermittler zwischen den östlichen und westlichen Gemeinden.  Er verband eine gehobene griechische Ausbildung und philosophischen Scharfsinn mit praktischer Weisheit und Mäßigung.  Er ist weder sehr originell noch brillant, doch außerordentlich vernünftig und einsichtsvoll.  Seine Individualität ist nicht stark ausgeprägt und geht in seiner Kirchentreue fast verloren.  Er bestreitet, demütig, elegant oder redegewandt zu sein; vielmehr behauptet er, in seinen täglichen Angelegenheiten Schwierigkeiten mit dem barbarischen keltischen Dialekt im Süden Galliens gehabt zu haben.  Und trotzdem beherrscht er die griechische Sprache auch bei den tiefgründigsten Themen mit großer Gewandtheit.  Er ist mit griechischen Dichtern (Homer, Hesiod, Pindar, Sophokles) und Philosophen (Thales, Pythagorus, Plato) vertraut, die er auch gelegentlich zitiert.  Er ist in der griechischen Bibel und in den Schriften der frühen Christen, wie Klemens von Rom, Polykarp, Papias, Ignatius, Hermas, Justin der Märtyrer und Tatian, vollkommen zu Hause.  Seine Position verleiht ihm zusätzliches Gewicht, denn er ist durch zwei lange Menschenleben, nämlich das seines eigenen Lehrers sowie das dessen Lehrers, mit der Urquelle des Christentums verbunden.  Wir können deutlich den Einfluss des Geistes des Polykarp und des Johannes an ihm erkennen.  "Der wahre Weg zu Gott," sagt er im Widerlegen der falschen Gnosis, "ist die Liebe.  Es ist besser, nichts zu wissen als Jesus Christus den Gekreuzigten, als durch übertriebene Fragerei und wertlose Spitzfindigkeiten in die Gottlosigkeit zu fallen."  Wir dürfen an ihm ebenfalls den starken Einfluss der Lehre des Paulus über den Menschen sowie über das Heil erkennen.  Mehr jedoch als Johannes oder Paulus legt er Wert auf die äußerlich sichtbare Gemeinde, die bischöfliche Sukzession und die Sakramente.  Seine Vorstellung über das Christentum insgesamt ist vorwiegend gesetzlich.  Hierin sehen wir das katholische Kirchentum, das im zweiten Jahrhundert stark einsetzte.

Irenäus ist ein Feind allen Irrtums und aller Trennungen, und erweist sich insgesamt als der am meisten orthodoxe unter den Vätern vor dem Konzil von Nicäa.  Seine Lehre über die Endzeit bildet jedoch eine Ausnahme.  Hierin vertritt er ebenso wie Papias und die meisten seiner Zeitgenossen die Ansicht, dass es noch vor dem Letzten Gericht ein tausendjähriges Reich Christi auf Erden geben wird, in dem die Christen die dem Abraham und seinen (geistlichen) Kindern zum Erbteil versprochene Erde ererben werden.  Diese Ansicht wurde später von der katholischen Kirche als jüdische Träumerei abgelehnt.  Während er intensiv für die Verbreitung und Verteidigung der Gemeinde auf Erden arbeitete, war dennoch sein "Blick hinauf zum Himmel" gerichtet, wie der der Männer aus Galiläa.  Er wartete ungeduldig auf die Wiederkunft des Herrn und die Errichtung seines Reiches.  Seltsamerweise ist er auch einem Irrtum in Bezug auf das Alter des Herrn Jesus erlegen, der wohl aus einer falschen Folgerung in Bezug auf die Frage der Juden, Joh 8,57, stammte.

Irenäus ist der erste unter den patristischen Schriftstellern, der vom gesamten Neuen Testament Gebrauch macht.  Die Apostolischen Väter wiederholen die mündlichen Überlieferungen; die Apologeten sind mit dem Zitieren der alttestamentlichen Propheten bzw. der Worte des Herrn im Neuen Testament als Beweis göttlicher Offenbarung zufrieden.  Doch Irenäus zeigt die Einheit des Alten und des Neuen Testaments im Gegensatz zu der Differenzierung der Gnostiker, und macht dabei, im Gegensatz zu dem verstümmelten Kanon des Marcion, von den vier Evangelien sowie von fast allen Briefen Gebrauch.

Bei all seinem Eifer für reine und gesunde Lehre war Irenäus dennoch gegenüber weniger wichtigen Meinungsverschiedenheiten liberal, und tadelte den Bischof von Rom wegen seiner unapostolischen Anstrengungen, eine äußere Einheitlichkeit bezüglich der Zeit und der Art des Feierns des Osterfestes zu erzwingen.  Wir können ihn beinahe einen Vorläufer des Gallianismus, in dessen Protest gegen einen sehr herablassenden Despotismus, nennen.  "Die Apostel haben verordnet," sagt er im dritten Abschnitt, der scheinbar Bezug auf jene Streitfrage nimmt, "dass wir uns für niemanden wegen Speise oder Trank, noch wegen besonderer Feste, Neumonde oder Sabbate ein Gewissen machen sollen.  Woher, also, Streitfragen; woher Trennungen?  Wir halten Feste, doch mit dem Sauerteig der Bosheit und des Betrugs, indem wir die Gemeinde Gottes auseinander reißen, und wir beachten das Äußere unter Vernachlässigung des Höheren, nämlich Glauben und Liebe."  Er zeigte die gleiche Mäßigung bei den montanistischen Schwierigkeiten.  Er machte seinem Namen 'Friedlich' (griech.) und seiner geistlichen Abstammung alle Ehre.

III. Seine Schriften

(1.) Das wichtigste Schriftstück des Irenäus ist sein fünf Bücher umfassendes Werk Gegen die Häresien.  Es wurde während des Pontifikats des Eleutherus, d.h. zwischen 177 und 190 n. Chr., verfasst.  Es ist gleichzeitig sowohl das polemisch-theologische Meisterstück der Ära vor dem Konzil von Nicäa als auch die reichhaltigste Informationsquelle bezüglich des Gnostizismus und der Lehre der Gemeinde zu jener Zeit.  Es enthält ein komplettes System christlicher Theologie, umgeben jedoch von polemischem Rauch, was das Lesen ziemlich schwierig und langweilig macht.  Das Werk wurde auf Wunsch eines Freundes hin geschrieben, der über die valentinische Häresie informiert und mit Gegenargumenten versorgt werden wollte.  Valentinus und Marcion hatten um 140 n. Chr. in Rom gelehrt, und ihre Lehren verbreiteten sich bis in den Süden Frankreichs.  Das erste Buch enthält eine minutiöse Darlegung der fantasievollen Spekulationen des Valentinus und einen allgemeinen Blick auf die anderen gnostischen Sekten; das zweite eine Offenlegung der Unvernunft und der Widersprüchlichkeit dieser Häresien, besonders der Vorstellung eines Demiurgs - der vom Schöpfer zu unterscheiden sei - , der Äone, des Pleroma und des Kenoma, der Ausströmungen, des Falls des Achamoth, der Bildung der niedrigen Welt der Materie, der Leiden der Sophia und der Unterschiede zwischen den drei Klassen der Menschen, nämlich der Somatici, der Psychici und der Pneumatici.

Die letzten drei Bücher widerlegen den Gnostizismus durch die Heilige Schrift und christliche Tradition, die ja das gleiche lehren; denn dasselbe Evangelium, zunächst mündlich gepredigt und weitergegeben, wurde später schriftlich festgehalten und in all den apostolischen Gemeinden durch die ordentliche Sukzession der Bischöfe und Ältesten treu bewahrt; und diese apostolische Tradition garantiert gleichzeitig die richtige Auslegung der Schrift gegenüber häretischen Verdrehungen.  Den ständig wechselnden und widersprüchlichen Meinungen der Häretiker stellt Irenäus den unveränderlichen Glauben der katholischen Gemeinde entgegen, der auf der Heiligen Schrift und der Tradition gegründet und von der bischöflichen Organisation zusammengehalten wird.  Es ist dasselbe Argument, das Bellarmin, Bossuet und Möhler gegen einen zerteilten und zerstreuten Protestantismus anwandten, doch der Protestantismus unterscheidet sich im gleichen Mass von dem alten Gnostizismus wie das Neue Testament sich von den apokryphen Evangelien, und wie gesunder, nüchterner, praktischer Menschenverstand sich von mystischem und transzendentalem Unsinn unterscheidet.  Das fünfte Buch beschäftigt sich mit der Auferstehung des Leibes und mit dem tausendjährigen Reich.  Irenäus bezieht seine Informationen aus den Schriften des Valentinus und Marcion sowie deren Schüler, und von dem Syntagma des Justin des Märtyrers.

Die Auslegung der Schrift ist allgemein gesund und nüchtern, und hebt sich wohltuend von den fantastischen Verdrehungen der Gnostiker ab.  Er hatte einen Einblick in eine Theorie über Inspiration, die auch dem menschlichen Faktor gerecht wird.  Er schreibt die Unregelmäßigkeiten im Stil des Paulus der Schnelligkeit des Redeflusses und dem Antrieb des in ihm wohnenden Geistes zu.

(2.) Der Brief an Florinus, von dem Eusebius ein interessantes und wichtiges Fragment bewahrt hat, handelt von der Einheit Gottes und dem Ursprung des Bösen.  Er wurde wahrscheinlich nach dem Werk gegen Häresien geschrieben, wahrscheinlich erst um 190 n. Chr.  Florinus war ein älterer Freund und Mit-Student des Irenäus und diente einige Zeit als Presbyter in der Gemeinde von Rom, wurde jedoch wegen seiner Abkehr zur gnostischen Häresie abgesetzt.  Irenäus erinnerte ihn sehr rührend an ihre gemeinsamen Studien zu den Füßen des väterlichen Polykarp, während er eine Position am königlichen Hofe innehatte (wahrscheinlich zur Zeit des Aufenthaltes des Hadrian in Smyrna), und versuchte, ihn zu dem Glauben seiner Jugend zurückzubringen, doch mit welchem Erfolg wissen wir nicht.

(3.) Über den Ogdoad, gegen das valentinische System der Äone, in welchem die Zahl Acht mit einer mystischen Bedeutung eine wichtige Rolle spielt.  Eusebius sagt, dass das Werk wegen des Florinus geschrieben wurde, und dass er darin eine sehr erfreuliche Bemerkung fand, die lautet:  "Ich beschwöre dich, wer auch immer du bist, der du dieses Buch abschreibst, durch unseren Herrn Jesus Christus und durch seine gnadenvolle Erscheinung, wenn er kommen wird, um Lebende und Tote zu richten, dass du vergleichst, was du abgeschrieben hast, und dass du es anhand dieses ursprünglichen Manuskripts korrigierst, aus dem du es sorgfältig abgeschrieben hast.  Und dass du auch diese Beschwörung abschreibst und sie in die Abschrift einfügst."  Die Sorglosigkeit der Abschreiber jener Tage ist die Hauptursache für die unterschiedlichen Textvarianten des griechischen Testaments, die bereits im zweiten Jahrhundert so zahlreich waren.  Irenäus selbst erwähnt einen bemerkenswerten Unterschied in den Lesarten der mystischen Zahl des Antichristen (666 und 616), von welcher die historische Auslegung des Buches abhängig ist (Offb 13,18).

(4.) Ein Buch Über die Trennung, an Blastus adressiert, der der Führer der römischen Montanisten und zugleich ein Quartodezimaner war.  Es bezog sich - in einem versöhnlichen Geist - wahrscheinlich auf die montanistischen Schwierigkeiten.

(5.) Eusebius erwähnt mehrere andere Abhandlungen, die gänzlich verloren gegangen sind, wie Gegen die Griechen (oder Über die Erkenntnis), Über apostolisches Predigen, ein Buch Über verschiedene Streitfragen und Über die Weisheit Salomos.  In den syrischen Fragmenten finden noch andere verlorene Werke Erwähnung.

(6.) Irenäus ist wahrscheinlich der Autor jenes rührenden Berichts über die Verfolgung im Jahr 177 n. Chr., den die Gemeinden von Lyon und Wien an die Gemeinden Kleinasiens und Phrygiens sandten, und den Eusebius zum größten Teil bewahrt hat.  Irenäus war Augenzeuge des grausamen Ereignisses, doch wird sein Name nicht erwähnt, was gut zu seiner Bescheidenheit passen würde; das Dokument ist von seinem milden christlichen Geist beseelt, zeigt seine Abneigung gegenüber dem Gnostizismus, seine Nachsicht gegenüber dem Montanismus und seine Erwartung des nahen Erscheinens des Antichristen.  Es ist gewiss eines der reinsten und kostbarsten Werke, die von der frühchristlichen Literatur übrig geblieben sind, und steht auf völlig gleichem Niveau, eher auf noch höherem, als das "Märtyrertum des Polykarp", da es von abergläubischer Reliquienanbetung frei ist.

(7.)  Zum Schluss müssen wir vier weitere griechische Fragmente des Irenäus erwähnen, die Pfaff 1715 in Turin entdeckte und zuerst veröffentlichte.  Ihre Echtheit ist, vor allem aus lehrmäßigen Gründen, von einigen römischen Geistlichen in Frage gestellt worden.  Das erste handelt von wahrer Erkenntnis, die nicht in der Beantwortung spitzfindiger Fragen besteht, sondern in göttlicher Weisheit und in der Nachfolge Christi; das zweite ist über die Eucharistie; das dritte über die Pflicht zur Toleranz in weniger wichtigen Meinungsverschiedenheiten, mit Hinweis auf die Oster-Streitfragen; das vierte hat als Gegenstand die Inkarnation, welche als die Reinigung von Sünde und die Vernichtung alles Bösen dargestellt wird.


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