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Übersetzungsprojekt

Keltisches Christentum

Im 5. und 6. Jahrhundert (und sogar noch darüber hinaus!) gehörte die Keltische Gemeinde zu den geistlich lebendigsten Gemeinden der Welt.

Die irischen Christen waren alle geistliche Kinder und Enkelkinder des Patrick, der das Christentum bei den Iren einführte.  Wäre er nicht nach Irland gekommen, hingen sie alle noch dem Götzendienst an.  Die Iren haben ihn nie vergessen.  Tausend sechshundert Jahre nach seinem Tod ist er heute noch ihr Nationalheld.

Jedoch der Rest der Welt hatte Patrick bereits vor seinem Tod schon vergessen.  Diejenigen, die schon etwas über ihn gehört hatten, haben wahrscheinlich vor allem negative Dinge gehört.  Hätte ihnen  jemand gesagt, dass Patrick eines Tages der berühmteste Mensch ihrer Zeit werden würde, so hätten sie nur höhnisch gelacht.  Heute sind deren Namen alle in Vergessenheit geraten, aber sein Name lebt weiter.  Der Grund, warum er noch so gut im Gedächtnis ist, liegt darin, dass er sein Werk aus "Gold, Silber und kostbaren Steinen" (1 Kor 3,12) gebaut hat.  Sein Name lebt weiter, weil sein Werk Bestand hat.  Die Gemeinde, die er zurückließ, war eine lebendige Gemeinde voller Eifer, das Evangelium in der ganzen Welt - ungeachtet der Kosten - zu verbreiten.

Einer der bedeutenderen geistlichen "Enkelsöhne" des Patrick war Columba (in Irland unter seinem keltischen Namen, Colum Cille, bekannt).  Er wurde in Donegal, Nordirland, ca. sechzig Jahre nach Patricks Tod, geboren.  Als Nachkomme der irischen Könige hat er offensichtlich zu denselben Kreisen gehört wie Milchu, Patricks einstiger Herr.  Nichtsdestoweniger hat er gewählt, auf Rang, Macht und Reichtum zu verzichten, um in Armut als Eunuch für Christus zu leben.  Er arbeitete neunzehn Jahre lang unter seinen Landsleuten in Irland, wobei er das Evangelium verkündigte und zahlreiche religiöse Gemeinschaften gründete.  Er diente sogar etliche Jahre lang als Leiter einer der von Patrick selbst gegründeten geistlichen Gemeinschaften.

Im Jahr 563, mit zweiundvierzig Jahren, zogen Columba und zwölf weitere Männer in einem kleinen, mit Tierfellen bezogenen Boot aus, um das Evangelium nach Schottland zu bringen.  Irland zu verlassen war ein großes Opfer für Columba, da er seine Heimat sehr liebte.  Wie würde er die tief grünen Täler, die samtigen, von weidenden Schafen gezierten Hügel, die schwammigen Torfmoore und die unendliche Schönheit der Burren-Landschaft vermissen.  Trotzdem, ganz Irland war bereits durch und durch evangelisiert.  Das Evangelium musste den noch unerreichten Ländern gebracht werden.

Es gab etliche Gründe, warum Schottland wie selbstverständlich als Missionsfeld auserwählt wurde.  Erstens, es war das Irland am nächsten liegende heidnische Land.  Zweitens, Columba beherrschte die Sprache der Schotten, denn sie waren Emigranten aus Irland.  Die Bezeichnung "Schotte" war ursprünglich der Name, den die Römer den Iren gegeben hatten.  Im fünften Jahrhundert jedoch sind mehrere Stämme aus Nordirland in das heutige Schottland ausgewandert.  In den Tagen Patricks hieß  dieses Land Kaledonien.  Nachdem die Schotten aus Irland sich dort niedergelassen hatten, wurde das Land allmählich als Schottland bekannt.

Zu Columbas Lebzeiten war Schottland sowohl von den heidnischen Schotten aus Irland als auch von den götzendienerischen Pikten bevölkert.  Schon im fünften Jahrhundert hatte ein britischer Missionar namens Ninian viele Pikten zu Christus bekehrt.  Doch die meisten seiner Gemeinden wurden mit der Zeit abtrünnig, und das Volk kehrte zu seinen heidnischen Göttern zurück.  Columba erkannte, dass es eine große Herausforderung wäre, diesen zwei kriegerischen Völkern das Evangelium zu bringen.  Jedoch mit einem Glauben ähnlich dem des Patrick, erachtete Columba alle Dinge für möglich mit Gott.

Als seine Missionsbasis wählte Columba die wilde und geheimnisvolle Insel Iona, die vor der Westküste Schottlands liegt.  Er hätte keinen kahleren und verlasseneren Ort wählen können, als jenen baumlosen Streifen Sand und Gestein.  Die Insel war unbevölkert, da sogar die rauhen Schotten und Pikten kein Verlangen gehabt hatten, sich an diesem einsamen, Wind und Wellen ausgesetzten Ort niederzulassen.  Dennoch erwies sich die Insel als ein strategischer Ort für ein Missionszentrum.

Natürlich bestand Columbas erste Aufgabe darin, dort eine Basis zu errichten, ehe die wilden atlantischen Stürme des Winters herein brachen.  Obwohl von königlicher Herkunft, setzte Columba ein Beispiel, indem er selbst mit seinen riesigen körperlichen Kräften bei den schweren Arbeiten, die erforderlich waren, um ein gemeinsames Anwesen auf Iona zu errichten, mit Hand anlegte.  Er und die anderen Männer bauten einzelne einfache Hütten aus Treibholz und Torf, um etwas Schutz vor dem grimmigen Wind zu erhalten.  Sie errichteten auch ein größeres Gebäude aus Holz für die gemeinsame Andacht.  Der sandige Boden war so schlecht, dass sie ihm verfaulten Seetang beimischen mussten, um überhaupt etwas darauf anbauen zu können.

Das Leben auf Iona war mühsam, einfach und bescheiden.  Die Männer überlebten durch Fischfang und den mageren Ertrag ihrer Gärten.  Sie dachten an das Beispiel Patricks und verbrachten täglich Stunden im gemeinsamen und privaten Gebet.  Sie wussten sehr wohl, dass Schottland nur durch Gebet gewonnen werden könnte.  Wenn sie nicht drinnen beteten oder draußen arbeiteten, lasen die Männer in der Schrift oder machten Kopien von Bibel-Handschriften.  Sobald ihre Gemeinschaft fest gegründet war, fingen sie an, zu den nahe gelegenen Hebriden-Inseln zu reisen, um der schottischen Bevölkerung dort das Evangelium zu bringen.  Gott segnete die Predigt des Columba, genauso wie Er es bei Patrick getan hatte, und die Einwohner dieser Inseln nahmen das Evangelium bereitwillig auf.  Einige dieser Neubekehrten schlossen sich der Gemeinschaft auf Iona an.  Andere bildeten neue Gemeinschaften auf den Hebriden unter Columbas Anleitung.

Nachdem er diese Inseln für Christus gewonnen hatte, schickten sich Columba und seine Männer an, das Festland von Schottland für Ihn zu gewinnen.  Die Schotten auf dem Festland hatten die Gemeinschaft auf Iona bereits seit einiger Zeit mit wachsendem Interesse beobachtet.  Sie konnten sich kaum vorstellen, warum überhaupt jemand an einem solch rauen Ort leben wollte - geschweige denn jemand von königlicher Herkunft.  Welcher Auftrag würde Menschen dazu bewegen, ein solches Opfer zu bringen?  Als die Schotten erfuhren, dass Columba und seine Männer ein solches Leben aus Liebe zu den Schotten auf sich nahmen, öffneten sie ihre Herzen für das Evangelium.  Über dreißig Jahre lang zog Columba zu Fuß durch die mit Heidekraut überzogenen Berge Schottlands.  Er gründete mehr als fünfzig Gemeinden und religiöse Gemeinschaften.

Columbas unerschrockener Mut, heiliges Leben und missionarischer Eifer machten einen tiefen Eindruck auf jeden, dem er begegnete.  Auf Grund seiner Predigt zerstörten tausende von Schotten ihre Götzen und wandten sich von ihrem heidnischen Lebensstil ab. Trotz des nicht unerheblichen Risikos für sein eigenes Leben reiste Columba sogar nach Inverness in Nord-Schottland, um Brude, dem König der wilden Pikten, Zeugnis zu geben.  Gott tat das Herz Brudes auf, und schon bald verbreitete sich das Evangelium durch das ganze Land der Pikten.  Als Columbas Beine ihn nicht mehr zum Predigen des Evangeliums tragen konnten, zog er sich in die Gemeinschaft auf Iona zurück, die inzwischen unter den Schotten als die "Heilige Insel" bekannt war.  Er verbrachte seine letzten Tage dort im Gebet und stand den anderen Missionaren beratend zur Seite.  Als er merkte, dass der Tod nahe war, ließ er sich von den Männern in den Gemeinderaum tragen, wo er das Brot der Kommunion mit ihnen brach.  Zu schwach, um sich noch zu bewegen, legte er sich schließlich auf den kalten feuchten Boden des Gemeinderaums, um den Tod zu erwarten.  Während die Brüder sich um ihn drängten, versuchte er, seine rechte Hand zu heben, um sie zu segnen, doch hatte ihn alle Kraft verlassen.  Einer der Brüder hob Columbas Hand für ihn, und mit großer Anstrengung segnete Columba die andern Männer.  Dann schloss er die Augen und gesellte sich zu Patrick im Paradies.

Ein weiterer bemerkenswerter "Enkelsohn" Patricks war der irische Missionar Columbanus.  Er war ein großer, warmherziger Mann mit flammend rotem Haar und Sommersprossen, der in seinen jungen Jahren ein Zeitgenosse Columbas war.  Jahrelang hatte er in Irland schwer gearbeitet, verschiedene religiöse Gemeinschaften gegründet und ein kompromissloses Evangelium verkündigt.  Zu der Zeit kamen Christen aus dem ganzen Römischen Reich nach Irland, weil es in dem Ruf stand, geheiligt zu sein.  Solche Besucher erzählten Columbanus von den heidnischen germanischen Stämmen Europas, die das Evangelium noch nicht gehört hatten.  Obwohl er bereits über vierzig Jahre alt war, betete Columbanus anhaltend für diese verlorenen Stämme.  Als er Gottes Führung spürte, beschloss er mit zwölf weiteren Männern, ihnen das Christentum zu bringen.

Um ihre Mission anzufangen bauten sich die Männer zunächst ein einfaches Boot, womit sie nach Europa segeln wollten.  Sie machten das Gestell und das Gerippe des Bootes aus Eiche, und überzogen es dann mit gegerbten Ochsenfellen, die sie über Eichenrinde ausgespannt hatten.  Schließlich versiegelten sie alle Nähte mit Fett, um das Boot wasserdicht zu machen.  Nachdem sie es mit ausreichenden Vorräten beladen hatten, begaben sie sich im Glauben auf die Reise zum europäischen Festland - in dem Bewusstsein, dass sie wahrscheinlich nie wieder in ihre geliebte Heimat zurückkehren würden.  Nach Erreichen des europäischen Festlandes ließen sich Columbanus und die anderen irischen Missionaren zunächst in Burgund nieder, was heute im östlichen Frankreich liegt.

Diese eifrigen irischen Missionare gingen etliche Jahre lang zu Fuß durch ganz Burgund und predigten Christus jedem Menschen, dem sie begegneten.  Sie gingen im Glauben aus und lebten manchmal wochenlang von nichts anderem als wilden Kräutern und Beeren.  Gott segnete sie für ihren Mut und Glauben.  Im Lauf der Zeit brachten Columbanus und seine Männer tausende von Heiden zu einem lebendigen Glauben an Christus.  Sie haben auch etliche religiöse Gemeinschaften in Burgund gegründet, die dann selbst Zentren der Evangelisation und christlicher Erziehung wurden.  Wie Patrick hat auch Columbanus es abgelehnt, Christentum und Heidentum miteinander zu vermischen.  Er verlangte von den Neubekehrten, dass sie ihre Götzen aus Holz verbrannten, bevor er sie taufen würde.  Für das irische Christentum jener Tage typisch, haben hunderte von Neubekehrten des Columbanus selbst das asketische Missionarsleben angenommen und das Evangelium noch weiter verbreitet.

Dennoch haben Columbanus und seine Missionare aus verschiedenen Gründen Widerstand seitens der römisch-katholischen Geistlichkeit in Gallien erfahren.  Erstens, weil sie sich weigerten, sich den katholischen Bischöfen unterzuordnen.  Zweitens, weil sie darauf bestanden, die Gebräuche der irischen Gemeinde, anstatt derer Roms, aufrechtzuerhalten.  Außerdem haben sie zu oft den römisch-katholischen Klerus wegen geistlicher Lässigkeit zurechtgewiesen.  Schließlich wurde Columbanus von diesem Klerus vor eine Synode geladen, um sich für seine "Verfehlungen" zu verantworten.  Er weigerte sich zu erscheinen, und stattdessen verteidigte er sich redegewandt in einem mutigen Brief, den er dem Klerus zukommen ließ.  Darin zitierte er reichlich aus der Heiligen Schrift und wies den Klerus wegen seiner Sünden erneut zurecht.

Leider war nicht allein der Klerus über Columbanus und seine Mönchen aufgebracht.  Die Herrscher in Burgund waren ebenfalls wütend.  Das kam daher, weil Columbanus - wie Patrick - auch nicht davor zurückschreckte, solche Herrscher scharf zurechtzuweisen, die vorgaben, Christen zu sein, und dennoch in Gottlosigkeit weiter lebten.  Zum Schluss haben Königin Brunhilde und ihr Sohn Theoderich Columbanus verhaften und in einen dunklen, dreckigen Kerker werfen lassen.  Obwohl die Königin und ihr Sohn Columbanus schließlich doch aus dem Kerker entließen, haben sie ihn und seine Männer gezwungen, Burgund zu verlassen.  Doch Gott sei Dank, das große Werk, das Columbanus und seine Männer während ihres zwanzigjährigen Aufenthaltes in Burgund vollbracht hatten, ging nicht verloren.  Die durch sie zu Christus Gekommenen aus Gaul blieben dort und setzten das Werk fort.

Inzwischen über sechzig Jahre alt, hätte Columbanus jedes Recht gehabt, nach Irland zurückzukehren, um seine verbleibenden Jahre dort zu verbringen.  Das hätte ich in seiner Situation mit Sicherheit gemacht.  Doch nicht Columbanus.  Er und seine Männer wollten ein neues Missionsfeld finden!  Nachdem sie Burgund verlassen hatten, reisten sie ostwärts durch die rauen Alpen bis zum Züricher See in der heutigen Schweiz.  Hier bauten diese mutigen irischen Missionare eine neue Missionsbasis auf und fingen erneut an, das Evangelium den Völkern der Schweiz zu verkündigen.  Wiederum segnete Gott ihre Arbeit, während sie im ganzen schönen Alpenland mit seinen majestätischen, schneebedeckten Bergen und lieblichen Tälern predigten.  Eine große Anzahl ihrer Zuhörer nahm das Evangelium eifrig auf, und viele von ihnen wurden selbst Mönche oder Missionare.  Aus dem Lebenskraft spendenden Wurzelstock des irischen Christentums geboren, ist es kein Wunder, dass Jahrhunderte später Schweizer Christen wie Ulrich Zwingli und Konrad Grebel Bewegungen wie die Reformierten und die Anabaptisten hervorbrachten.

Da er inzwischen über siebzig Jahre alt war, erwartete der weißhaarige Columbanus, dass er sein Lebenswerk in der Schweiz vollenden würde.  Doch die Macht Burgunds hat sich schließlich bis in die Schweiz ausgebreitet, und die burgundischen Machthaber ließen Columbanus und seine Männer erneut vertreiben.  Diese unermüdlichen irischen Evangelisten waren alle in den Jahren fortgeschritten, doch sie reisten durch die raue Berglandschaft bis in die Lombardei im heutigen Norditalien.  Die Reise war anstrengend und viele der Männer starben auf dem Weg.  Dennoch, durch Gottes Gnade, erreichten Columbanus und ein Handvoll seiner Männer Norditalien und fingen an, den heidnischen Lombarden, die sich dort niedergelassen hatten, das Evangelium zu verkündigen.

Trotz seines Alters half der kraftvolle Columbanus persönlich beim Bau eines neuen Klosters in einem Ort namens Bobbio.  Dieses Kloster wurde bald ein bekanntes Zentrum christlicher Geistlichkeit und Gelehrsamkeit.  Wie Patrick war Columbanus hauptsächlich ein Mann der Tat, nicht ein Mann der Bücher.  Jedoch - anders als Patrick - war er ein sehr gelehrter Mann für seine Zeit.  Er konnte nicht nur lateinische Prosa mit ziemlicher Gewandtheit schreiben, sondern er verstand auch etwas Griechisch und Hebräisch.  Obwohl von der römisch-katholischen Geistlichkeit kritisiert, ließen Columbanus und seine Männer nicht davon ab, das Evangelium zu verkündigen.  Der betagte Columbanus hat sogar einen Brief des Tadels an den Papst geschrieben!

Durch irische Missionare wie Columba und Columbanus erreichte die Botschaft des Christus zehntausende Menschen in fernen Ländern.  Lange nachdem Patrick im Grabe zur Ruhe gelegt worden war, trug sein Werk weiterhin wunderbare Frucht.

 


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